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Blick vom Kirchturm auf das Kunstgewerbemuseum

Kunstgewerbemuseum am Kulturforum Berlin

Links
  offizielle Website des Kunstgewerbemuseums
  Factsheet
  Kunstgewerbemuseum wird zur Dauerausstellung für Mode umgebaut

Beschreibung
Das Kunstgewerbemuseum ist das älteste seiner Art in Deutschland. Es besitzt auch nach den Verlusten durch den Zweiten Weltkrieg eine der bedeutendsten Sammlungen von europäischem Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Zum Kunstgewerbemuseum gehören zwei Standorte: das Haupthaus am Kulturforum und das Schloss Köpenick.

Sammlungscharakter
Das Kunstgewerbemuseum sammelt europäisches Kunsthandwerk aller nachantiken Stilepochen der Kunstgeschichte, darunter Gold- und Silberschmiedearbeiten, Glas-, Email- und Porzellangefäße, Möbel und Raumgetäfel sowie Tapisserien, Kostüme und Seidenstoffe. Die Auftraggeber für das kostbare Kunstgewerbe stammen aus demselben Kreis, der die führenden Architekten, Bildhauer und Maler beschäftigte: Klerus, Hof, Adel, Patriziat.
Die Ankäufe der Modesammlung Kamer/Ruf (2003) u.a. mit 660 Kostümen des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie der Modesammlung Uli Richter (2005) gehören zum neuen und gleichzeitig zeitgemäßen Konzept der Direktorin des Kunstgewerbemuseums, Dr. Angela Schönberger, nun auch das Thema Mode als weiteren Sammlungsschwerpunkt zu fördern. Ein wichtiger Grund für die für das Jahr 2009 geplanten Umbaumaßnahmen im Haupthaus am Kulturforum ist daher auch die Schaffung angemessener Ausstellungsräume für den Bereich Mode.

Aktuelle Sammlung
In dem großen Museumsgebäude am Kulturforum führt ein Rundgang auf einer Fläche von 7.000 Quadratmetern durch die historische Entwicklung des Kunsthandwerks vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Schatzkunst aus bedeutenden mittelalterlichen Kirchen zeigen den hohen Stand der Goldschmiedekunst in dieser Zeit, darunter das Bursenreliquiar aus dem Schatz der Stiftskirche St. Dionysios in Enger/Herford in Westfalen und über 40 Werke aus dem „Welfenschatz”. Für die Epoche der Renaissance steht das Repräsentationssilber der Ratsherren aus der reichen Stadt Lüneburg, der letzte erhaltene Ratsschatz einer deutschen Handelsstadt.

Von der hohen Lebenskultur an den Höfen der italienischen Fürstentümer zur Renaissancezeit zeugen Bronzen, Bildteppiche, Möbel, Venezianer Gläser und Majoliken (bemalte Tonwaren) im Erdgeschoss. Im Obergeschoss sind Kostbarkeiten aus barocken Kunstkammern, Delfter Fayencen und barocke Gläser zu sehen. Weiterhin ist europäisches Porzellan, vor allem aus Meißen und der Königlich Preußische Porzellan Manufaktur Berlin (KPM), Zier- und Tischgerät vom Rokoko und Klassizismus über den Historismus bis zum Jugendstil ausgestellt.

Im Untergeschoss wird in der so genannten „Neuen Sammlung” Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts durch vorbildliche Industrieprodukte ergänzt, die heute den Lebensstil stärker bestimmen als handwerkliche Einzelstücke.

Geschichte des Kunstgewerbemuseums
Das Berliner Kunstgewerbemuseum wurde im Jahr 1869 unter dem Namen Deutsches-Gewerbe-Museum zu Berlin gegründet und entwickelte sich durch den Ankauf bedeutender Sammlungen in wenigen Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Sammlung angewandter Kunst in Europa.
Mit dem Martin-Gropius-Bau erhielt das Museum 1881 ein eigenes Gebäude; 1921 bezog es einen Teil des Berliner Schlosses und wurde mit ehemaligem königlichen Besitz zum so genannten Schlossmuseum vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Museumsräume zerstört und die Sammlungen in Ost und West geteilt, so dass die Exponate getrennt zum einen Teil im Ost-Berliner Köpenicker Schloss und zum anderen in West-Berlin im Schloss Charlottenburg, ab 1985 im Neubau am Kulturforum, ausgestellt wurden. Noch heute werden beide Standorte für die Sammlung genutzt.

Der Neubau des Kunstgewerbemuseums am Kulturforum ist Bestandteil des Museenkomplexes zur Europäischen Kunst, mit dessen Planung und Bau der Architekt Rolf Gutbrod im Jahre 1967 beauftragt worden war. Bereits während der Bauzeit war das 1985 fertig gestellte Museum heftiger Kritik ausgesetzt („brutalistische Architektur der 70er Jahre”, „Betonbunker”) und Gutbrod wurde der Auftrag für den Bau der übrigen Gebäude entzogen.
2004 wurde vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung ein Wettbewerb zur Behebung von funktionalen Defiziten ausgelobt und das preisgekrönte Büro Kühn Malvezzi für die Umgestaltung der Bereiche Ausstellungsräume und Eingang empfohlen.

Blick vom Kunstgewerbemuseum auf die Piazzetta

Der königliche Kabinettschrank aus der Roentgen-Werkstatt